Lesefrust laut PISA

Leseprobleme:LRSPhonetikFremdsprache DeutschPISA: Lesefrust?

PISA-Studie 2009 – Ergebnis 2010:
Viele Schüler finden Lesen sei überflüssig

Die PISA Studie zeigt:

Dr. Rudolf Härtel (Sankt Michaelsbund BA) Dr. Rudolf Härtel (Sankt Michaelsbund BA)

Foto: Dr. Rudolf Härtel (Sankt Michaelsbund BA)


Fast ein Drittel der 15-/16-jährigen Schüler kann nicht sinnerfassend Lesen

Die PISA-Studie hat einmal mehr gezeigt, dass deutschsprachige Schüler Schwierigkeiten beim Lesen haben, denn 1/3 der 15- und 16-Jährigen können nicht sinnerfassend lesen. Woran liegt das?

Die Buchstaben zu kennen und zu wissen, dass man sie von links nach rechts zusammenziehen muss, ist noch lange nicht Lesen können. Lesen bedeutet, Informationen aus graphischen Zeichen zu bekommen und zu verstehen, was sie bedeuten.

Lesen lernen ist Schwerstarbeit
Wie viele andere Studien beweisen, haben 20% der Kinder Probleme beim Lesenlernen. Gleichzeitig ziehen immer mehr neue Medien Kinder in ihren Bann. Was können wir dazu beitragen, um wieder bei mehr Kindern das Interesse am Lesen zu wecken? Hierzu sollten wir uns vermehrt auf die Leseanfänger konzentrieren, damit bei der nächsten PISA-Studie unsere Kinder im Bereich Lesekompetenz besser abschneiden.

Deutschland/Schweiz und Österreich konnten sich
bei der PISA-Studie 2009 nur leicht verbessern

Obwohl vor Veröffentlichung der PISA-Studie bekannt wurde, dass sich die deutschsprachigen Länder leicht verbessern konnten, sind ihnen die PISA-Spitzenländer noch immer 1-2 Schuljahre voraus. Der Schwerpunkt der diesjährigen PISA-Studie war Lesen und Textverständnis, sowie Mathematik und Naturwissenschaften. Verbessert haben sich die Schüler in Deutschland/Schweiz und Österreich bei der PISA-Studie vor allem in Mathematik und den Naturwissenschaften. Jedoch im Lesen sind weitere Anstrengungen nötig.

Leseförderung ist ein vielschichtiges Thema. Eine gezielte Leseförderung bedarf aller Stufen des Leselernprozesses. Hierzu ein kurzer Überblick:

1.) Für die Wahrnehmungsförderung wird in der Kindergartenarbeit immer mehr getan.
2.) Die Unterrichtskonzepte für den ersten Umgang mit Buchstaben werden immer besser.
3.) s.u.
4.) Das Textverständnis von immer längeren Texten wird geübt.
5.) Das Textverständnis von immer komplexeren Texten wird geübt.

Für 3.) gibt es zu wenig einfache Texte für Leseanfänger. Kürzere Texte, bzw. Texte in großer Schrift reichen zum Erlernen der Schriftsprache nicht aus. Eine Fremdsprache versteht man auch nicht deshalb besser, indem sie lauter gesprochen wird. Wenn vorangegangene Stufen nicht gefestigt sind kommt es zu Problemen in Stufe 4.) und 5.).

Aus diesem Grund habe ich für meine Kinder ein neues Konzept zur Leseförderung entwickelt, das aus einfach zu lesenden Geschichten besteht:

zu 2.) Vorstufe: Wiederholung der Buchstaben (erst Vokale und stimmhafte Konsonanten, später Plosivlaute und seltenere Buchstaben).
zu 3.) Stufe A: lautgetreue Texte, nur aus buchstabengetreuen Wörtern
zu 3.) Stufe B: Stolpersteine wie „ei“, „eu“, „ch“, „sch“, „st-/sp-“ werden gezielt eingeübt.
zu 3.) Stufe C: Einfache Wörter, zzgl. alle Funktionswörter (ich, ihm, wie, …)
Auf diese simple Weise wird der Leselernprozess vereinfacht und bis zur nächsten PISA-Studie können dann bereits mehr Kinder gut lesen.
-> Die Stufen des Leselernprozesses im Detail

Diesen komplexen Prozess des Lesenlernens kann man in mehrere Phasen aufteilen. In der Leseforschung wird großes Augenmerk auf die „Textebene“, das Textverständnis gelegt.
Man sollte aber den Leselernprozess nicht wie eine Einbahnstraße betrachten, wenn Kindern das Textverständnis fehlt, ist oft eine Stufe davor nicht gefestigt, weshalb man sich für die einzelnen Stufen mehr Zeit lassen sollte oder gegebenenfalls diese wiederholen muss.
-> Leseanfänger brauchen leichtere Texte als Erstleser!

PISA besagt: Auf den sozialen Hintergrund kommt es an
Laut PISA haben gerade Schulen mit einem erhöhten Anteil an sozial schwächer gestellten Familien und Familien mit Migrationshintergrund schlechter abgeschnitten. Auf der einen Seite haben bereits viele Eltern in ihrer eigenen Schulzeit aufgegeben, weshalb sie ein Schulversagen ihrer Kinder (welches oft auf fehlendes Leseverständnis zurückzuführen ist) tolerieren, auf der anderen Seite stehen oft mangelnde Deutschkenntnisse. Beide Ursachen können nicht vom Elternhaus ausgeglichen werden, sondern Lehrer und Schulen sind aufgefordert hier einzugreifen. Dies geht aber nur, wenn hierfür genügend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

Gerade Kinder mit Migrationshintergrund haben es beim Lesen lernen besonders schwer, denn sie müssen neben den 52 Buchstaben noch die ganzen Ausnahmen (ie, ei, ch, sch, st-/sp-, Umlaute, …) erkennen, oft ohne dass ihnen ihre Eltern behilflich sein können.
Schon Deutsche Kinder haben hiermit ihre Schwierigkeiten, doch durch viel häusliche Leseförderung schaffen sie es meist irgendwann.
Um den Kindern den Lesestart etwas einfacher zu gestalten, habe ich das Lese-Schreib-Konzept mit der lautgetreuen Schreibung verfeinert und buchstaben-/lautgetreue Geschichten, in korrekter Rechtschreibung verfaßt. So können Leseanfänger schneller flüssig lesen und verstehen von Anfang an, was sie lesen. Somit könnten wir bei der nächsten PISA-Studie besser abschneiden.

Die PISA-Studien finden alle paar Jahre statt
Immer mehr Länder nehmen an der PISA-Studie teil, der die schulischen Kompetenzen der Schüler vergleicht. Unsere Schülerinnen und Schüler haben sich seit der ersten PISA-Studie zwar leicht verbessert, wir bleiben aber noch immer 1-2 Schuljahre im Vergleich zu den PISA-Spitzenreitern zurück.
Dies mag auch daran liegen, dass das Vorschuljahr, in dem viele Kinder in anderen Ländern das lernen, was unsere Kinder erst in der 1. Klasse lernen, nicht mitzählt. Erschwert kommt hinzu, dass unsere Kinder erst mit 6-7 Jahren in die Schule kommen, anstelle bereits mit 5 und da schon die Buchstaben und Zahlen kennen.
Die PISA-Studie 2009, deren Ergebnisse jetzt im Dezember 2010 veröffentlicht wurden, ist der vierte Vergleich in zehn Jahren. Die Abkürzung PISA steht für «Programme for International Student Assessment».
Mit PISA untersucht die OECD seit 2000 alle drei Jahre die schulischen Fähigkeiten der Schüler. Geprüft werden Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften.
Immer mehr Länder machen bei der PISA-Studie mit
2000 startete die erste PISA-Studie mit 43 Teilnehmerländern. 2003 nahmen am 2. PISA Vergleich 41 Staaten teil, 2006 waren es bereits 57, die beim PISA-Test teilnahmen. Mit 65 beteiligten Staaten nahmen 2009 mehr Staaten als zu allen anderen PISA-Studien teil.

Besser in Mathematik
Bei der PISA-Studie 2003, mit Schwerpunkt Mathematik, gelangte die Schweiz unter die «Top Ten» und schnitt und hob sich gegenüber ihren Nachbarländer Deutschland, Österreich und Frankreich ab. Für die PISA-Studie 2010 konnten jetzt Deutschland und Österreich aufholen.

Laut PISA: Nachholbedarf bei der Förderung von Migranten
Aufgrund der PISA-Studien hat man eindeutig festgestellt, dass für Familien mit Migrationshintergrund sowie in sozial schwächer gestellten Familien ein höherer Förderbedarf besteht. Hier hat man Dank der öffentlich einsehbaren PISA-Vergleichsstudien viel getan, trotzdem besteht hier weiterhin Nachholbedarf.

PISA löste Reformdebatte aus
Die PISA-Studien lösten in vielen anderen Ländern – eine starke Diskussion über das bestehende Schulsystem aus. Dabei geht um es Reformen im Kindergarten und um einen früheren Schuleintritt. Da Schulpolitik aber weder in Deutschland, noch der Schweiz zentral geregelt wird, lassen sich Reformen nur sehr schwer Landesweit durchsetzen.

Lehrerverbände fordern Investitionen statt Sparpolitik für Schulen
Anlässlich des jetzt (7. Dezember 2010) vorgestellten Ergebnisses der PISA-Studie 2009 fordern viele Lehrerverbände eine gemeinsame Politik gegen die soziale Spaltung im Bildungswesen. „Die leichten Verbesserungen bei den PISA-Tests geben Anlass zur Freude, aber nicht zur Selbstzufriedenheit. Es wäre völlig falsch, wenn jetzt Bund und Länder frei nach dem Motto `Hurra, wir sind Durchschnitt´ die Hände in den Schoß legen. Noch immer beträgt der Abstand zu den Spitzenländern Finnland und Korea mehr als ein Schuljahr. Noch immer bleibt die soziale Spaltung in unserem Schulsystem das größte Problem. Die Bildungsrepublik Deutschland ist noch nicht in Sicht“, sagt Ingrid Sehrbrock (DGB).

Verlage sollten auf die Bedürfnisse von Leseanfängern besser eingehen
Immer mehr Verlage veröffentlichen neue Reihen für Erstleser, wobei sich die Konzepte meist unwesentlich von den Reihen anderer Verlage unterscheiden. Leseanfänger sind hier leider meist überfordert. Die Texte für Leseanfänger sollten buchstabengetreu ausgesprochen werden, dann können Geschichten nach der Silbenmethode folgen.

Damit Leseanfänger zu kompetenten Lesern werden, muss den Kindern Spaß am ersten Lesen geboten werden. Dies geht aber nur, wenn die Kinder verstehen, was sie lesen. So gibt es viele Erstleserreihen die mit ihren länger werdenden Geschichten zur Steigerung der Leseausdauer verhelfen. Aber man muss auch Literatur für weniger geübte Leser anbieten können.

Neben Lesefibeln mit fortlaufender Geschichte zum Wiederholen der Buchstaben, sind lautgetreue Lesetexte (lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung) mit reduzierten Sprachkomplexität sowie Texte nach der Silbenmethode dazu geeignet auch Kinder mit Leseschwächen an das Medium Buch heranzuführen. Voraussetzung hierbei ist, dass die Texte vom Niveau die Zielgruppe anspricht.

SELBER LESEN – Die Reihe zum Lesen lernen

Geschichten und Texte von Birgit Sommer
Alle Bücher im DinA5 Heft-Format.

Tipp für Büchereien: Lesehefte zu Lernhilfen legen,
Umschlag innen mit Overhead- oder Laminierfolie verstärken.

Band 1 zum Lesen lernen:
Hallo, wir sind Mara und Timo „Timo ist Maras Bruder. Was erleben Mara und Timo mit Eltern, Hund Linus und Timos Kumpel Peter?“
ISBN 978-3-933651-30-3

Band 2 zum Lesen lernen:
Der Herbst mit Mara und Timo „Mara und Timo erleben den Herbst vom Kartoffelfest bis Sankt Martin mit Sonne, Wind und Regenwetter.“
ISBN 978-3-933651-31-0

Band 3 zum Lesen lernen:
Unterwegs mit Mara und Timo „Mara und Timo sind gerne unterwegs: in den Zoo, zur Kirmes oder zum Badesee. Und Timo findet Peters Geburtstag im Museum prima.“
ISBN 978-3-933651-32-7

Jetzt neu: SELBER LESEN, Lesestufe B

selber_lesen_neues_grossBand 4 zum Lesen lernen:
Neues von Mara und Timo
„Texte zum ersten Halbjahr.“
Damit können ei, ie, au und eu separat geübt werden.
ISBN 978-3-933651-33-4

9783933651341.jpgBand 5 zum Lesen lernen:
Spaß mit Mara und Timo
„Neue Texte rund ums Jahr.“
Jetzt können ch, ck, sch, st-/sp- extra geübt werden.“
ISBN 978-3-933651-34-1

-> Leseprobe von „Mara und Timo“

Bezugsmöglichkeiten:
– über den Buchhandel
– direkt beim Verlag (siehe Startseite)
– übers Internet, z.B.: >>> bei amazon

Mit Moro lesen lernen

9783861961710Lesen – keine Zauberei, wenn die Geschichten nur einfach genug sind. Mit Zauberer Moro und Hexe Emma kann man viele Abenteuer erleben und ganz nebenbei flüssig lesen lernen.
-> Leseprobe

Mit Moro lesen lernen: ISBN 978-3-861961710
Auch über den normalen Buchhandel erhältlich, z.B.: >>> amazon
Fragen dazu gibt es auch wieder im Antolin: >>> Antolin

Die Geschichten sind in GROSSBUCHSTABEN und Fibelschrift.
IM ERSTEN TEXT SIND NUR“A; E; I; O; U; M; R; W (ohne ei, ie, au). Pro Geschichte kommen 2 Buchstaben hinzu. Nach den Buchstaben werden die Laute und Doppellaute wie ei, ie, eu, äu, au, ch, sch, st-/sp, … intensiv geübt. Jede Buchstabenkombination hat in einer neuen Geschichte ihren eigenen Auftritt.

Lesen – Malen – Raten
• Lautgetreue Leselerngeschichten
• Nach den Regeln der Deutschen Rechtschreibung
• Leselernübungen mit Fragen zum Text
• Kindgerechte Texte, von Kindern getestet
• Für Kinder im Vor- und Grundschulalter
Auch zur Leseförderung von Jugendlichen geeignet.

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© Birgit Sommer