Leseförderung über Bibliotheken

Zusammenarbeit mit Eltern, Kindergärten und Schulen

20% der Kinder haben Probleme beim Lesenlernen. Gleichzeitig ziehen immer mehr neue Medien Kinder in ihren Bann. Was können wir als Bibliotheken dazu beitragen, um wieder mehr Leser zu gewinnen? Selbst mehr neue Medien wie DVDs und Videospiele anbieten, in der Hoffnung dass dieses Publikum irgendwann den Weg zu den Büchern findet?

Lesestart

Wir Bibliotheken müssen uns auf den Lesenachwuchs fokussieren und denn Eltern beibringen, dass wenn Kleinkinder eine Auswahl an Pappbilderbüchern haben, sie sich diese auch gerne alleine anschauen. Wobei für eine gesunde Sprachentwicklung das gemeinsame Anschauen von entscheidender Bedeutung ist. Zunächst einmal müssen wir dazu bei unseren Jüngsten und ihren Eltern die Freude an Kinderbüchern wecken. Dies kann über Lesestartpakete, Bibliotheksgutscheine zur Geburt oder Lesepatenprojekte an Kindergärten und Schulen geschehen.

Nutzen der Bibliothek aufzeigen

Da viele Schulen zwischenzeitlich selbst schöne Schulbibliotheken aufgebaut haben, sehen leider viele Lehrer, Eltern und Schüler denn Sinn einer öffentlichen Bibliothek nicht mehr, obwohl diese durch ihr höheres Budget eine größere Auswahl sowie neuere Bücher und oft auch Zeitschriftenabos haben.

Hier empfiehlt es ich Erzieher und Lehrer gezielt anzusprechen. In Kleinstädten reicht ein Termin mit der Kindergartenleitung, bzw. dem Rektor. In Großstätten bieten sich separate Seminare zur Leseförderung für Erzieher in Krippen und Kindergärten, wie auch Lehrer für 1./2. und 3./4. Klasse wie auch Sekundarstufe anzubieten, damit sich die einzelnen Zielgruppen auch angesprochen werden.

Die Zusammenarbeit

Am besten ist eine gute Zusammenarbeit mit Krippen, Kindergärten und Schulen. Wenn man die Kindergärten und Schulen mit den Kindern in die Bibliothek einlädt, sollte man dies mit einem Elternabend verbinden, damit man auch die Eltern zum Bibliotheksbesuch motiviert. Kleine Visitenkarten mit den Öffnungszeiten sind schnell in den Geldbeutel gesteckt und meist besser wieder zu finden als große aufwendige Flyer.

Um das Interesser der Mütter an der Bibliothek zu wecken, muss man ihnen natürlich auch aufzeigen, was für sich selbst finden können. Am besten gleich einen Büchertisch vorbereiten, bei dem Bücher und Zeitschriften für Kinder und Eltern zu finden sind. Da viele Kinder ganztags betreut sind, wäre es auch wichtig Horte, Mittagsbetreuungen, Lernstuben, sowie Ganztagesklassen extra anzusprechen.

Einige große Stadtbüchereien verfügen über einen „Büchereibus“ und können diesen in abgelegene Gemeinden schicken um auch den Menschen dort Bücher anzubieten. Hier stellt sich die Frage ob man den Schulen den Luxus bietet und bei Aktionen diesen Bus direkt vor die Schule schickt oder lieber die Schüler zu den festen Haltestellen des Bibliothek-Busses gehen zu lassen, damit sie diese auch kennen lernen und zu den Öffnungszeiten auch selbständig hingehen können.

Um Schulen wieder längerfristig den Bezug zu Bibliotheken zu bieten, sollte man Aktionstage anbieten, bei denen Kinder ein bestimmtes Lehrplanrelevantes Thema in der Bibliothek mit Hilfe von Büchern und anderen Materialien erarbeiten können. Heute recherchieren fast alle nur noch im Internet obwohl für Kinder Kindersachbücher meist schöner aufgebaut sind. Bei Zeitmangel der Schulen, kann man diesen zumindest verstärkt thematische Buchpakete zur Verfügung stellen um einen Bezug zur Bibliothek aufzubauen.

Buchempfehlungen für Leseanfänger

Neben Lesefibeln mit fortlaufender Geschichte zum Wiederholen der Buchstaben, sind lautgetreue Lesetexte (lautgetreue Lese-Rechtschreibförderung) mit reduzierten Sprachkomplexität sowie Texte nach der Silbenmethode dazu geeignet auch Kinder mit Leseschwächen an das Medium Buch heranzuführen. Voraussetzung hierbei ist, dass die Texte vom Niveau die Zielgruppe anspricht.

Daher habe ich kindgerechte Geschichten wie „Mara und Timo“ geschrieben, die wirklich buchstabengetreu gelesen werden können, denn ein jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Erstlesebücher lesen können.

Tipp: Lesehefte zu Lernhilfen legen, Umschlag innen mit Overhead- oder Laminierfolie verstärken.
-> meine Buchtipps

Fazit

Wir Bibliotheken müssen raus aus der Passivität. Statt auf Leser zu warten müssen wir versuchen die Jüngsten für das Medium Buch zu begeistern und die Eltern gleich mitzuziehen. Denn so ungern wir es auch zugeben mögen, für Leseanfänger ist das Lesen lernen erst einmal ein hartes Stück Arbeit, bei der wir sie in jeder Hinsicht unterstützen müssen, damit sie zu begeisterten Lesern werden. Denn nur so können sie in der Schule mithalten und zu einem vollwertigen Mitglied in unserer Gesellschaft werden um sich z.B. die nötigen Informationen aus dem Internet zu holen.

Und schließlich geht es auch darum die frisch gewonnenen „Leser“ bei der Stange zu halten und neue hinzuzugewinnen. Hierzu eignen sich Projekttage evtl. in Kooperation mit örtlichen Anbietern von Ferienprogrammen. Beispiele hierfür wären Vorlese-/ Märchenstunden, Themen wie Ritter, Wald oder Sport (Bücher und Aktion) oder der Büchereiführerschein. Eine begleitende Öffentlichkeitsarbeit hierzu z.B. in der Presse, der Internetauftritt sowie Social-Media, rundet diese Aktivitäten ab.
-> Beispiele für Aktionstage

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Veranstaltungenfür Kinderfür Eltern Lesungenoder Vorträge

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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