Studie der Bertelsmann Stiftung:

Von Chancengleichheit weiter entfernt

Anhand von Studien ist längst erwiesen, dass Kinder zum sich gesund entwicklen, Freiraum zum Spielen, zum draußen Spielen brauchen. Stattdessen erwarten wir, dass sie immer länger still sitzen und lernen.

Es gibt immer mehr Stimmen, dass die G8 den Kindern die Kindheit und Jugend raubt. Trotzdem gibt es immer mehr Stimmen, dass der Ausbau der Ganztagesschulen schneller umgesetzt werden soll. Das Hauptargument wäre der internationale Vergleich.

Aber gerade im Bildungswesen werden im internationalen Vergleich
Äpfel mit Birnen verglichen:

Unsere Kinder gehen nur am VM in die Schule, haben aber am VM 6 Schulstunden zu 45 Min. und ab der 6. Klasse auch noch am NM Unterricht. Sport und Musik wird in Vereinen, bzw. privat unterrichtet.
In England z.B. haben die Schüler am VM 4 Schulstunden und am NM 3 Schulstunden zu 30-40 Min. Sport, Kunst und Experimente machen in der Elementary-School 50% aus.
Warum fordern wir dann mehr Unterricht in Deutschland?

Gerade den Erziehern an Kindergärten fällt auf, dass bereits Kindergartenkinder sehr unterschiedliches Wissen mitbringen. So sind Halbtageskinder meist weiter entwickelt als Ganztageskinder, wobei Kinder aus bildungsfernen Schichten sich besser entwickeln, wenn sie bereits in einer Kinderkrippe waren.

Der große Unterschied zu anderen Ländern liegt nicht an der Ganztagesbetreuung, sondern wann Kinder in die Schule kommen. In Deutschland hängt die Einschulung vom Geburtsdatum ab, in England und Frankreich vom Können.

Demnach wäre auch in unseren Schulen ein richtiger Einschulungstest wichtig, damit Kinder die Möglichkeit Basisfähigkeiten (Er-/Zählen, Malen, …) in einer Pflichtvorschule noch zu erlernen, wärend andere Kinder, die bereits lesen können, gleich mit der 2. Klasse starten könnten. Auch liese sich mit diesem System die Inklusion besser umsetzen.

Die Klassen wären dann vom Alter her nicht mehr so homogen, aber in Kindergärten sind die Kinder auch in altersgemischten Gruppen zwischen 2 und 6 Jahren untergebracht und der Altersunterschied relativiert sich.

Trotzdem werden immer wieder Studien gestartet um zu beweisen, dass unsere Kinder keinen Freiraum / keine Freizeit bräuchten, dafür bekommen wir immer mehr Kinder mit z.B. Übergewicht, Legasthenie oder AD(H)S, die dann Ergotherapie und andere Fördermaßnahmen brauchen, die unserer Gesellschaft viel Geld kosten.

Warum geben wir unseren Kindern nicht die Zeit für ihre Entwicklung die sie brauchen und fördern sie bereits besser vor Schuleintritt?
Warum müssen wir weiterhin ein dreigliedriges Schulsystem aufrechterhalten? In vielen anderen Fällen möchten wir uns im internationalen Vergleich ja auch nicht mehr abheben:
– Nur noch BA- und MA-Studium, kein Dipl.-Studium mehr
– Ein 12-jähriges Schulsystem, obwohl alle anderne Länder eine an die Grundschule angeschlossene Vorschule haben, d.h. die anderen Länder haben 13 Jahre Schule nur wir Deutschen mal wieder nicht.

Und warum das alles? Damit wir Frauen möglichst schnell wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden können. So verzichten wir freiwillig auf eine soziele Erungenschaft unserer Gesellschaft.
Unsere jüngeren Arbeitskolleginnen bekommen mit, dass Mütter nach der Elternzeit oft nicht mehr in den Betrieb zurückkommen. Hier fehtl die Lobby für uns Mütter:
Während der Elternzeit darf einem nicht gekündigt werden, aber am 1. Arbeitstag nach der Elternzeit und diese endet mit der Vollendung des 3. Lebensjahrs. Im Klartext: Am 3. Geburtstags unserer Kinder müssen wir Mütter laut Gesetzt wieder arbeiten gehen und dürfen an dem Tag auch noch gekündigt werden. Wir haben keinen Anspruch auf Teilzeitarbeit.

Welche Arbeitgeber versuchen den Müttern Teilzeitstellen zu schaffen? Meist nur der Staat sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Für die Großunternehmen zählen Teilzeitkräfte genau wie Vollzeitkräfte als „Köpfe“ und die kann man nicht teilen. Wenn es keine Teilzeitstellen gibt sind wir Frauen, wenn wir nach der Elternzeit wieder ins Berufsleben zurückkehren wollen/müssen auf Ganztagesplätze angewiesen.

Wo bleibt da für die Kinder noch Zeit in Bäume zu klettern oder ganz einfach nur zu träumen?

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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