Die akustische Wahrnehmung beim Lesen lernen

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Wie lernt unser Gehirn lesen?
3. Phonetische / akustische Wahrnehmung
Bevor Kinder Lesen lernen, können sie ihre Muttersprache sprechen. Der aktive Wortschatz ist mit dem Klang vieler Wörter bereits phonologisch abgespeichert. Weshalb eine Worterkennung mit dem Klang dieses Wortes eng verknüpft ist.

Leider wird die akustische Wahrnehmung beim Lesen lernen weiterhin unterschätzt: Nach dem Erblicken eines Wortes werden bestimmte Bereiche im Schläfenlappen aktiviert, die für die Dekodierung gesprochener Wörter zuständig sind.

Diese Hirnregionen sind auch bei der Dekodierung von geschriebenen Worten aktiviert. Das ist wichtig zu wissen, da gerade bei Leseanfängern das geschriebene Wort erst phonologisch dekodiert werden muss, was durch die neueste Hirnforschung bestätigt wurde.

Die linke Gehirnhälfte ist nicht nur für die visuelle Wahrnehmung zuständig, sondern auch für die gesprochene Sprache um gesprochene Worte verstehen zu können.

Der aktive Wortschatz eines Kindes ist mit dem Klang vieler Wörter bereits phonologisch abgespeichert. Weshalb eine Worterkennung mit dem Klang dieses Wortes eng verknüpft ist. Das gleiche gilt für Sätze, weshalb z.B. Einleitungssätze der direkten Rede für Leseanfänger vorangehen sollten.

Einem geübten Leser ist nicht bewusst, dass er jedes geschriebene Wort in ein Klangbild umsetzt. Da das Gehirn das geschriebene Wort ins gesprochene Wort umsetzt, erleichtert die Dekodierung über Silben das Lesen lernen. Zuvor müssen aber die einzelnen Laute erkannt werden. I-ch bin d-ie kl-ei-ne M-au-s. Sil-ben-me-tho-de
Ein Grundschulkind lernt Schritt für Schritt dass ein Wort aus Klangeinheiten (Phoneme/ Laute) zusammengesetzt ist. Sie entsprechen bestimmten Buchstaben oder Buchstabengruppen und lassen sich nach Belieben zu neuen Wörtern kombinieren.

Beim Lesen wird das Gehirnnetzwerk aktiviert, welches das Zentrum der gesprochenen Sprache ist. Dieses erstreckt sich vom hinteren Temporallappen bis zum inneren Frontallappen. Durch die Gehirnforschung hat man festgestellt, dass auch das leise Lesen diese Sprachareale aktiviert. Dies würde auch erklären, warum sich Kinder mit Sprachproblemen beim Lesen schwerer tun. Wir hören die Wörter, wie z.B. auch ein Musiker beim Noten lesen Melodien hören kann. Freizeitmusiker erkennen nur den Notenwert (hoch/tief, kurz/lang).

Bei allen phonologischen Schriftarten gibt es 2 Ansätze, der phonologische Ansatz (Rekonstruktion von Lauten und der sematische Ansatz (Erschließung der jeweiligen Bedeutung): -> Lesen lernen

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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