Wie werden Lernmethoden umgesetzt?

Es gibt immer wieder neue erfolgversprechende theoretische Ansätze für den Lese- und Rechtschreiberwerb. Leider werden diese nie richtig in die Praxis umgesetzt. Warum nehmen sich Autoren und Verlage dafür so wenig Zeit? Wenn mehr Kinder gerne lesen, gäbe es auch mehr Leser!

1. Die Ganzwortmethode hätte funktioniert, wenn man es auf die häufigsten Wörter beschränkt hätte, da auch wir erfahrenen Leser diese ca. 100-120 Funktionswörter, die ca. 1/2 der geschriebenen und gesprochenen Sprache ausmachen, als Ganzes erkennen. Leider wurde dies nicht auf die gängigen Texte für Leseanfänger und Erstleser angewandt.

2. Das lautgetreue Schreiben lernen würde auch funktionieren, wenn man den Kindern anfänglich nur Wörter zum Schreiben geben würde, die auch lautgetreu geschrieben werden, also ohne „ei, ks, chs, …“.

Um umgekehrten Fall (beim Lesen lernen) sollte man den Kindern anfänglich nur Texte geben, die buchstabengetreu zu lesen sind, also ohne „ei, sch, st-/sp-,…“.

Ausschnitt aus meinem Artikel: Lesetraining gleich Rechtschreibtraining?

Der Unterschied vom Lesen- und Schreibenlernen
Besonders deutlich wird dies bei der lautgetreuen
Lese-Rechtschreibförderung. Beim lautgetreuen Schreibens wird dem Phänomen, dass einige Buchstaben in Kombination anders ausgesprochen werden Rechnung getragen und ein Schreibanfänger darf alle Wörter lautgetreu schreiben (z.B. „AIN FROIND“), während ein Leseanfänger sich auch bei sogenannten lautgetreuen Diktat- und Lesetexten mit „EIN FREUND“ abmühen muss?

Neue Lesetexte basierend auf den Leselernmethoden
Mit meinen veröffentlichten Geschichten decke ich das Prinzip des lautgetreuen Lesens in korrekter Rechtschreibung ab. Auf Basis der Ganzwortmethode würde ich gerne ein neues Basistraining herausbringen, das nicht nur zum Lesen lernen gut geeignet wäre, sondern gerade für Kinder mit besonderen Bedürfnissen gut geeignet wäre:
– Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache (DaF/DaZ)
– geistige Entwicklungsverzögerung
– Legasthenie / LRS
– Autismus
– AD(H)S

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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