Über die Einführung der Schulpflicht

Bei Recherchen zum Thema: Einführung von Sonderschulen, habe ich festgestellt, dass die Schulpflicht noch gar nicht so lange existiert wie ich bisher angenommen hatte.

Bisher dachte ich:
1717 galt das nur für die Ländereien des Preußischen Königs
1763 für ganz Preußen.

ABER:
Es wurden nicht überall Schulen gebaut, nicht einmal die Hälfte der Kinder gingen auf eine Schule. Denn die Verordnung wurde nicht überprüft.

Der Staat hatte sich verpflichtet, die Schulen zu zahlen, aber die Bevölkerung hatte den Lehrer zu bezahlen, weshalb man Schulgeld zahlen musste.

Das größte Problem war aber, dass die Kinder ja auch arbeiten mussten, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Da wurde erst einmal das Alter der erlaubten Kinderarbeit und die Arbeitszeit der Kinder reduziert. Somit konnten einige Kinder in die Sonntagsschule gehen um Lesen zu lernen.

Um 1900 wurden Schulinspektoren eingesetzt, die dafür zu sorgen hatten, dass es überall Schulen gibt und die Kinder auch in die Schulen gehen. Die Weimarer Republik schaffte das Schulgeld für die Volksschulen ab, weshalb dann auch mehr Kinder in die Schule gingen.

Da dann weit mehr Kinder lesen konnten als ihre Eltern, machte man sich über Lese- und Lernprobleme kaum Gedanken, dann gab es 2 große Weltkriege. Aus diesem Grund beschäftigt man sich mit dem Leselernprozeß auch erst seit 40 Jahren, vorher war das kaum ein Thema.

Um so mehr verwundert es, dass das Phänomen der „Wortblindheit“ bereits um 1900 beschrieben wurde und man sich wirlich bemühte, Kindern mit Legasthenie und LRS das Lesen und Schreiben beizubringen.

Und dann gibt es Stimmen, dass es früher keine Probleme beim Lesen lernen gegeben hätte. Wie auch, wenn die Kinder gar nicht zur Schule gingen, wie der Ziegenpeter bei Heidi. Alle Kinder reicher Eltern (auch deren Kinder mit Behinderung, wie Klara) hatten sowieso ihre eigenen Hauslehrer.

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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