Förderung der Lesemotivation an der Grundschule

9783933651327Viele Bereiche des täglichen Lebens sind ohne Lesen zu können nicht vorstellbar. Gerade weil die Lesefähigkeit heutzutage vorausgesetzt wird, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, sind die Ergebnisse der in Deutschland an der PISA-Studie teilgenommenen 15-jährigen Jugendlichen um so erschreckender:

– ca. 40% lesen nicht gerne, daher selten
– bis zu 20% sind schwache Leser

Diese Umfrage gilt für Zeitungen und Zeitschriften genauso wie für Bücher. Leider hat Deutschland die meisten Jugendlichen, die von sich aus behaupten, dass sie neben der Schule gar nicht lesen würden.

Woher kommt das?
Was hat die PISA-Studie von 15-jährigen Jugendlichen mit dem Thema Leseförderung und Lesemotivation von Leseanfängern zu tun? Sie spiegelt die Erfahrungen der Jugendlichen während ihrer ersten Leseerfahrung in der 1./2. Klasse wieder. Wenn das Lesen gleich zu Beginn der Leserkarriere nicht als etwas Schönes empfunden wird, sondern als etwas sehr anstrengendes und langweiliges, wo soll da die Lesefreude und Lesemotivation herkommen?

Wie kann man nun dazu beitragen, dass Leseanfänger Lesen als etwas wertvolles, das Spaß macht, empfinden können? Auf der einen Seite muss die Vorbildfunktion in der Familie oder Schule gegeben sein. Dazu brauchen sie aber auf der anderen Seite Lesetexte, die sie nicht überfordern, sondern einfache Lesetexte um ihre Lesekompetenz langsam steigern zu können. Meist wird aber nur eine Kurzgeschichte vorgelegt, die nicht auf die Bedürfnisse eines Leseanfängers eingeht. Die rein optische Darstellung reicht dazu nicht aus.

Wird ein Leseanfänger gleich zu Beginn seiner Leserkarriere mit zu schwierigen Texten konfrontiert, gelingt es oft nicht mehr ihn zum Lesen zu motivieren. Gerade Jungen sind experimentierfreudiger und probieren verschiedenes aus, das einfacher aussieht. Annstelle von einfachen Lesetexten, mit bekanntem Wortschatz, die die Alltagswelt der Kinder beschreibt, landen die Jungen oft bei optisch ansprechenden Sachbüchern.

Ist Lesen langweilig?
Bei den Sachbüchern kommen zu den normalen Problemen beim Lesen lernen noch viele Fachbegriffe dazu, die den jungen Leseanfängern oft noch völlig unbekannt sind. Wie sollen sie da verstehen, was sie lesen? Wenn man aber nicht versteht was man liest, wird Lesen sehr schnell langweilig und wie kann man dabei Lesefreude empfinden?

Sobald Kinder einzelne Buchstaben zu Worten zusammensetzen, können sie zwar ein Bildlexikon ansehen und durchbuchstabieren, aber einen zusammenhängenden Text können sie noch lange nicht lesen und verstehen. Wenn sich die Kinder dann beklagen, dass sie Lesen als langweilig empfinden, weil sie nicht verstehen, was sie lesen, wird nach interessanterer Lektüre, welche meist schwieriger zu lesen ist, gesucht, anstelle den Kindern einfache Lesetexte anzubieten.

Aus den oben aufgeführten Gründen brauchen Jungen, wie auch Mädchen einfache, nicht nur kurze Texte zum Lesen lernen. So entsteht Leselust anstelle von Lesefrust. Hier sind die Verlage gefragt, von ihren Autoren einfache, nicht nur kurze Geschichten zu fordern. Birgit Sommer hat hier den Anfang gemacht und zeigt, dass dies mit der deutschen Sprache möglich ist. Aus diesem Grund sollten ihre Geschichten für Leseanfänger in keiner Schulbücherei an der Grundschule fehlen.

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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