Der Lese- und Schreiberwerb

Artikel von Ariane Willikonsky, Dipl. Sprecherzieherin

Wann lernt ein Kind Lesen und Schreiben?

Der eigentliche Schriftspracherwerb erfolgt in der Grundschule. Aber
bereits davor werden wichtige Grundlagen für das Erlernen der
Schriftsprache gelegt. Z.B. durch Malen, Singen, Spielen oder Vorlesen.

Welche Fähigkeiten braucht ein Kind um Lesen und Schreiben zu lernen?

Um in der Schule problemlos Lesen und Schreiben erlernen zu können, müssen Kinder bestimmte Voraussetzungen mitbringen. Die hierfür notwendigen Fertigkeiten und Kenntnisse erlernen Kinder meist bereits lange vor der Einschulung im Elternhaus und im Kindergarten.

Folgende Grundlagen sollte das Kind nach Möglichkeit erworben haben:
1. Eine altersgerechte auditive Wahrnehmung
2. Eine altersgerechte visuelle Wahrnehmung
3. Eine altersgemäße Grafomotorik

Wie kann man den Lese- und Schreiberwerb im Vorschulalter gut vorbereiten?

Sprache ist ein komplexes Struktur- und Regelsystem,
das gilt für die Schriftsprache in ganz besonderem Maße.

Nur wer Regeln kennt kann ein Regelsystem verstehen:
1. Den Tagesablauf klar strukturieren
2. Auf die Einhaltung von Regeln achten
3. Regelspiele spielen

Auch das Sprachgefühl kann man schulen:
1. Mit dem Kind Lieder singen
2. Mit dem Kind tanzen
3. Geschichten vorlesen und erzählen
4. Lieder singen und musizieren
5. Viel mit dem Kind sprechen, feste Gesprächsrituale schaffen

Lesen und Schreiben erfordert ein hohes Maß an Konzentration.
1. Einen ruhigen Ort einrichten,
an den sich das Kind zurückziehen kann
2. Das Kind vor Reizüberflutung schützen

Zudem dienen alle Spiele zur Vorbereitung auf das Lesen und Schreiben, bei denen genaues Hinsehen, genaues Zuhören oder die Handgeschicklichkeit gefragt sind: z.B. Puzzles, Mandalas, Memory usw.

Was kann man ein Schulkind beim Lese- und Schreiberwerb unterstützen?

1. Benutzen Sie beim Benennen einzelner Buchstaben immer den Lautnamen, also zum Beispiel [b] und nicht „Be“.

2. Wenn das Kind Ihnen beim Schreiben einmal genauer zusieht, sprechen Sie laut mit. Dadurch erfahren Kinder, wie Sprache zur Schrift wird.

3. Beugen Sie dem Frust vor. Wenn Kinder beginnen zu schreiben, so können sie noch nicht rechtschriftlich richtig schreiben. Das ist kein Grund zur Beunruhigung sondern entspricht dem ganz normalen Entwicklungsprozess. Korrigieren Sie das Kind zunächst nicht, sondern freuen sich mit ihm über die Tatsache, dass es etwas geschrieben hat.

4. Lesen Sie dem Kind so oft wie möglich vor. Versuchen Sie das Interesse für Bücher zu wecken. Lassen Sie das Kind auch selbst auswählen, welches Buch als nächstes vorgelesen werden soll.

5. Schenken Sie dem Kind ein Erstleserbuch,
das es sich selbst im Buchladen aussuchen darf.

6. Loben Sie das Kind auch für kleine Leistungen und Fortschritte.

7. Vergleiche bei Kindern sollten gegenüber dem Kind immer nur mit dem durchgeführt werden, was es selbst schon gelernt hat.

8. Vermitteln Sie dem Kind, dass Schreiben Spaß macht und nützlich ist, z.B. in dem Sie gemeinsam eine Postkarte schreiben und gestalten und für eine positive Rückantwort des Adressaten sorgen.

Logo_Coaching_Logopädie_Ergotherapie© Ariane Willikonsky, Dipl. Sprecherzieherin
mehr Informationen unter www.foninstitut.de

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Über Gast

Gastartikel über Lernprobleme: Birgit Sommer schreibt einfache Geschichten für Leseanfänger. Da nicht nur Legastheniker davon profitieren, werden hier auch Gastartikel über Lernprobleme und lesen lernen bei Lernproblemen veröffentlicht. Fachartikel sowie Erfahrungsberichte über AD(H)S, Autismus, DAF, DAZ, DS, LRS, ... sind herzlich willkommen.
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