Warum geht Leseförderung uns alle an?

Leseförderung durch gute Kinderliteratur

Über Leseförderung:
– Leselernprozess
– Leseverständnis
– Lesemotivation
– Erwartung an Erstlesebücher
– Die Herausforderung an Autoren
– Erlernt ein Jeder das Lesen?
– Entwicklung von Lesefreude>
– Empfehlung von Stiftung Lesen

Was hebt nun diese Buchreihe zur Leseförderung von bisheriger „Erstleserliteratur“ ab? Sie schließt die Lücke in der Kinderliteratur zwischen dem Anfangslesen in der Fibel und Erstleserbüchern.

Warum unterscheide ich bei der Leseförderung zwischen dem Anfangslesen und Erstlesern? Ein Erstleser kann schon lesen, während ein Leseanfänger sich noch mit dem Erkennen und zusammensetzen der Buchstaben abmüht.

Bei diesem Unterrichts-Material, das auch Eltern sehr gut für ihre Kinder verwenden können, wird durch das Auslassen der „Stolpersteine“, wie „ei“, „au“, „eu“das Anfangslesen flüssiger und Mädchen wie Jungen verstehen die Texte besser.

Leselernprozess nach Kompetenzstufen

Mit Hilfe der Anlauttabelle können Kinder zu Beginn der 1. Klasse bereits erste einfache Wörter vorlesen. So versuchen viele Jungen wie Mädchen, alle Schilder (auch während einer Autofahrt) zu buchstabieren: „A, AU, AUS, AUSF, eh, du fährst zu schnell“.

So manche Eltern denken dann: „Super mein Kind kann schon lesen.“ Aber die Kinder mühen sich in dieser Kompetenzstufe noch mit dem Erkennen und zusammenziehen der einzelnen Buchstaben ab.

Darum sollten wir es bei der Leseförderung von Kindern der 1. und 2. Klasse nicht unnötig schwer machen und bei der Auswahl der Kinderliteratur auf sie Rücksicht nehmen und keine Lesetexte mit Dehnungen und Umlauten verwenden. Das heißt, wir sollten nur Unterrichts-Materialen in der 1. und 2. Klasse verwenden, die möglichst kurze Wörter und Sätze haben.

Beim Erlernen der Schriftsprache handelt es sich im übertragenen Sinn um das Erlernen einer neuen Sprache. Aus dem Fremdsprachenunterricht haben wir gelernt, dass die Schriftsprache von der gesprochenen Sprache abweicht.

Dieser Ansatz wird beim Schreiben lernen berücksichtigt. Warum nicht auch in der Leseerziehung im Anfangsunterricht? Es ein Unterschied, ob ein Schreibanfänger einem Laut ein bestimmtes Zeichen zuordnen soll oder der Leseanfänger umgekehrt. Fürs Anfangslesen brauchen Leseanfänger einfache, nicht nur kurze Texte.

Um für eine gute Leseförderung beim Anfangslesen ein flüssiges Lesen zu bieten, verwende ich für meine Texte nur lautgetreue Wörter. Weiterhin sind alle Sätze nur einzeilig. Das hilft den Kindern, die Texte besser zu verstehen, weshalb dies auch ein Tipp für die Schul-Bibliothek ist.

Leseverständnis durch lautgetreue Texte

Leider ist lesen in der 1./2. Klasse Grundschule oft Schwerstarbeit. Daher hört man von Kindern, besonders Jungen, oft: Lesen sei langweilig. Wobei die Kinder sehr oft missinterpretiert werden und die Eltern für die Leseförderung nach spannenderer Kinderliteratur / Comics suchen oder sie nur Lern-Spiele am Computer üben lassen.

Leider verstehen die Kinder aber in dieser Kompetenzstufe meist nicht was sie zusammenbuchstabieren. Denn zu Beginn des Leselernprozesses, lesen Kinder noch Buchstabe für Buchstabe und den Jungen und Mädchen ist oft nicht bewusst, was sie gerade lesen.

Die Geschichten von „Mara und Timo“, bedingt durch ihre lautgetreue (aber korrekte) Schreibung, berücksichtigen für die Leseförderung nach Kompetenzstufen genau dies. So verstehen die Kinder von Anfang an, was sie lesen war zur Entwicklung von Lesefreude führt.

Vielen Lehrern der Grundschule und Förderschule ist bewusst, dass das Leseverständnis erst später kommt. Aber warum? Dies hat sich anscheinend noch niemand gefragt, obwohl noch viele Kinder in der Hauptschule gezielte Leseförderung benötigen.

Da lesen am Anfang anstrengend ist, vermeide ich in meinen Büchern zur Leseförderung in der ersten Lese-Kompetenzstufe jeglichen Kombinationslaut (ei, ie, ch, sch). Dadurch wird das Lesen flüssiger und den Kindern fällt es leichter, den Sinn der Geschichte zu erfassen und zu behalten.

Lesemotivation

Wenn Kinder endlich mit mehr oder weniger Mühe die Buchstaben gelernt haben und zu Wörtern zusammensetzten können, dann wollen sie auch lesen! Was unterscheidet nun ein Erstleserbuch von einem Bilderbuch? Meist nur die Fibelschrift.

Auf der anderen Seite aber sollen die Kinder bereits im Anfangsunterricht die verschiedenen Varianten eines „S“ kennen. Wann spricht man „S“, wann „sch“?
Häuschen spricht man nicht Häu-sch-en. Und wie spricht man sp-/st-? z.B. Obstmesser mit „-st“, aber Brombe mit „scht-“,

Für eine gute Leseförderung ist es besser, man schreibt anfänglich alles lautgetreu, bzw. buchstabengetreu, aber korrekt. So motiviert man Kinder zum Weiterlesen, das schreibt auch Stiftung Lesen.

Erwartung an Leseanfänger-, bzw. Erstlesebücher

Die Anforderungen an gelungene Kinderliteratur für Leseanfänger sind durchaus anspruchsvoll, denn sie soll:

– die Lesefähigkeit trainieren
– den Lesefluss fördern und sich von kurzen, leicht zu lesenden Wörtern zu schwierigeren Begriffen steigern (nicht gleich damit anfangen)
– eine klar erkennbare Erzählstruktur haben (Leseanfänger haben oft noch Probleme mit der indirekten Rede, erst am Ende eines Satzes erfahren die Kinder wer das wie gesagt hat. Besser ist daher direkte Rede mit Einleitungssatz)

Erstlesebücher sollten aber auch:

– Neugierde wecken
– spannend, kurzweilig, witzig und einfallsreich sein
– Denkanreize geben
– vielfältig und fantasievoll in der Wortwahl sein
– führt an komplexere Geschichten heran

und somit die Entwicklung von Lesefreude fördern.

Dies erfüllt weder herkömmliche Kinderliteratur, noch Comics und erst recht kein Computer-Programm. Aber all die obern erwähnten Kriteien habe ich bei meinen Büchern für Leseanfänger und zur Leseförderung berücksichtigt. In jeder Geschichte gibt es mehrere Handlungen und nicht nur Beschreibungen, d.h. es passiert sehr viel.

Ganz wichtig für gelungene Bücher zur Leseförderung sind auch die Illustrationen. Dabei sollte das Bild aber nicht zu viel von einer Geschichte verraten, sondern Neugierde auf diese wecken.

Dies ist Tanja Jacobs mit ihren lebendigen, farbenfrohen Zeichnungen zweifellos gelungen!

Die Herausforderung an Autoren

Geschichten für Leseanfänger und zur Leseförderung sollen interessant und abwechslungsreich sein und trotzdem einfache Wörter enthalten.

Wie bin ich da vorgegangen? Mit Hilfe des Grundwortschatzes und Kinderlexika habe ich nach lautgetreuen Worten gesucht und die ersten Geschichten geschrieben, von denen einige in: „Hallo, wir sind Mara und Timo“, Verwendung fanden:

Obwohl Leseanfänger das vorlesen und selberlesen noch ganz neu erlernen, kennen sie durch Bilderbücher, Vorlesegeschichten, Kassetten und Filme längere Geschichten und erwarten von Büchern fürs Anfangslesen entsprechendes.

Weil sich Kinder beim Anfangslesen noch keine langen Handlungen merken können, sollten die Geschichten keine langen Beschreibungen oder lange Dialoge haben, denn dies würde für Kinder in der 1./2. Klasse Grundschule oder gar Förderschule viel zu schnell langweilig werden. Trotzdem wollen die Mädchen und auch Jungen gerne vielschichtige Handlungen lesen.

Die Gemeinsamkeiten vom Lesen Lernen und
einem Musikinstrument erlernen

Anfänger benötigen eine Menge Ermutigung, nicht Entmutigung! Dies weiß ein jeder Musiklehrer! Auch der Leseanfänger benötigt baldigen Erfolg – Leseerfolg.

Ein Musikschüler hat mit dem Erkennen und Wiedergeben der einzelnen Noten schon so viel zu leisten, dass er anfänglich mit dem Erkennen von Noten mit # oder b-Vorzeichen überfordert wäre.

Leseanfänger haben mit dem Erkennen der einzelnen Buchstaben, schon so viel zu leisten, dass sie mit dem Erkennen der Buchstabenkombinationen oft überfordert sind.

Aus diesem Grund sind meine Geschichten für Leseanfänger und zur Leseförderung lautgetreu, aber korrekt geschrieben und das Anfangslesen von Kinderliteratur wird so vereinfacht.

Welcher Musiklehrer käme auf die Idee seinem Musikschüler im 1. Lehrjahr die „Zauberflöte“, welche nur so vor # und b-Vorzeichen strotzt, anzubieten, nur weil er einen Sonderdruck mit je 5 Takten pro Seite entdeckt hat.

Genau dies sollten wir auch bei einem Leseanfänger berücksichtigen: Bei der Stufe A, der Reihe „SELBER LESEN“, verwende ich aus diesem Grund nur Wörter ohne „Kombinationslaut“, das heißt die Wörter werden so gelesen, wie sie geschrieben sind.

Erlernt ein Jeder das Lesen?

Wenn ich meiner Verwunderung über die vielen schwierigen Erstlesertexte laut äußerte, erntete ich oft nur Verwunderung:
Es hätte noch ein jeder Lesen gelernt. Laut verschiedener Studien, z.B. PISA haben bis zu 20% der Kinder Probleme beim Lesen lernen. Genau deshalb braucht man spezielle Programme für Leseanfänger.

Wir sollten in der Leseförderung dabei helfen, dass alle Kinder zu einem guten Leser werden! Wer die Hauptschule oder gar Förderschule verlässt, ohne fließend lesen zu können, hat auf dem Arbeitsmarkt kaum Chancen. Leider gibt es mehr Schulabgänger bei denen dies der Fall ist, als man annimmt. Laut Umfrage gibt es in Deutschland 5-10 % Analphabeten.

Meine Materialien können sowohl im Unterricht, als auch Zuhause eingesetzt werden. Es ist wichtig, bei Kindern die Lesefreude zu wecken.

Entwicklung von Lesefreude

Geht es in der Leseförderung nur ums Lesen lernen oder auch darum Leseanfängern die Freude an Büchern zu vermitteln? Mit meinen Heften zur Leseförderung machen wir den Kindern den Lesestart etwas leichter und motivieren sie so zum Weiterlesen“.

Wie Sie sich unter “Leseproben” überzeugen konnten, berücksichtigen meine Geschichten für Leseanfänger und zur Leseförderung alle wichtigen Punkte, die man von einer guten Kinderliteratur fürs Anfangslesen erwartet.

Bisher ist die A-Stufe erschienen. Weitere Geschichten, die die sogenannten „Stolpersteine“ schrittweise einüben sollen noch diese Jahr veröffentlicht werden.

Stiftung Lesen schreibt 2009 unter der Rubrik: „Die Schule geht los“:
„Die neue Reihe „SELBER LESEN“ wurde speziell für Leseanfänger und Kinder mit Leseschwäche entwickelt, indem Stolpersteine wie Umlaute (ä, ö, ü, äu), Vokalverbindungen (ei, eu, au) und dergleichen vermieden werden, gelingt es den Kindern leichter, den Textinhalt zu erfassen und schneller Erfolgserlebnisse im eigenständigen Lesen zu verbuchen. So motiviert man Kinder ab ca. 6–7 Jahren!“

© 2010 Birgit Sommer

 

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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