Schulung der Augen und Ohren

Wahrnehmungsförderung

Moro_1In vielen Kindergärten/Vorschuleinrichtungen werden die Verarbeitung der akustischen und visuellen Wahrnehmung geschult, denn die Wahrnehmung Voraussetzung fürs Lesen und Schreiben.
Hierbei kann im Kindergartenalter gute Vorarbeit geleistet werden. In der Schule lernen die Kinder die Buchstaben kennen, was die Voraussetzung für das erlernen der Schriftsprache ist.

Bitte beachten Sie:
Sollte ein Kind schlecht sehen und kann es die Buchstaben nicht erkennen,
sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
Sollte ein Kind schlecht hören und kann es die Laute nicht gut auseinanderhalten,
sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Nachfolgend die verschiedenen Wahrnehmungsstufen, die im Kindergarten bereits geübt werden können, sowie deren Auswirkungen auf den Deutschunterricht:

Frühe Förderung durch Wahrnehmungsförderung

1. Visuelle Wahrnehmung
2. Auditive Wahrnehmung
3. Raumlage/-orientierung
4. Serialität

1. Visuelle Wahrnehmung


Formkonstanz: Das Erkennen gleicher Formen unterschiedlicher Größe.

1.1. Optische Figur-Grund-Wahrnehmung:

Das Vorschulkind muss verschiedene Bilder erkennen können.
-> Die Formdifferenzierung ist Voraussetzung für ein Umdenken der Buchstaben in die richtigen Laute.

1.2. Optische Differenzierung

Das Vorschulkind erkennt gleiche und ungleiche Bilder und Formen und kann diese zuordnen.
-> Dies ist Voraussetzung damit ein Schulkind ähnlich aussehende Buchstaben nicht miteinander verwechselt.

1.3. Optisches Gedächtnis

Das Vorschulkind sollte sich Gesehenes (Bilderbuch/Memory) merken können.
-> Schließlich muss ein Schulkind die verschiedenen Bedeutungen der einzelnen Buchstaben Diphthonge, Umlaute und deren Beziehung auch auseinander halten können. Dies ist eine wichtige Funktion im späteren Umgang mit Buchstaben, Wortteilen und Wörtern.

2. Auditive Wahrnehmung


Phonetische Differenzierung (Lautdifferenzierung)

2.1. Akustische Figur-Grund-Wahrnehmung:

Das Vorschulkind muss das Wesentliche aus dem Gehörten erfassen können (Wörter verstehen/Tierlaute unterscheiden).
-> Die Lautdifferenzierung ist Voraussetzung für ein Umdenken der Laute in die richtigen Buchstaben.

2.2. Akustische Differenzierung:

Das Vorschulkind kann aus dem Gehörten Wörter, Silben, Reime oder Buchstaben erfassen oder ähnlich Klingendes unterscheiden.
-> Ein jedes Schulkind muss Silben identifizieren, Silben segmentieren, Reimwörter auditiv und visuell identifizieren. Hier ist es wichtig, dass das Kind die ähnlich klingende Laute voneinander unterscheiden kann.

2.3. Akustisches Gedächtnis

Das Vorschulkind sollte sich Gehörtes merken und wiedergeben können.
-> Ein Schulkind muss die verschiedenen Laute, im Wort erkennen um problemlos schreiben zu können.

3. Raumlage/-orientierung

3.1. Körperschema

Ein Vorschulkind muss Begriffe wie rechts-links, oben-unten, hinten-vorne unterscheiden können.
-> Ein Schulkind muss Positionen im Raum richtig einschätzen können. Denn es muss wissen, von wo nach wo es im Heft schreiben muss und in welcher Zeile es liest.

3.2. Auge-Hand-Koordination

Ein Vorschulkind sollte ausmalen können, sowie einfache Gegenstände zeichnen können. Auf die richtige Stifthaltung ist hierbei zu achten.
-> So kann z.B. der Grund für eine mangelnde Auge-Hand-Koordination der Grund für Probleme beim Schreiben sein.

3.3. Raumzuordnung

Ein Vorschulkind muss die Raumlage eines Objektes oder des eigenen Körpers im Raum erkennen (wird z.B. beim Ballspiel geübt).
-> Denn ein Schulkind muss ähnlich aussehende Buchstaben (b-d-p-q) erkennen können. Auch bei der richtigen Reihenfolge von Buchstaben spielt die Raum-Lage-Wahrnehmung eine große Rolle.

4. Serialität


Ein Vorschulkind kann Ereignisse in der richtigen zeitlichen und räumlichen Reihenfolge sich merken oder bringen.
-> Das Einschätzen vom Raum-Zeitgefüge, Größen und Einheiten ist eine Grundlage zum Lesen und Schreiben.

4.1. Optische Serialität

Optische Eindrücke können der Reihe nach geordnet werden.
-> Dies ist die Voraussetzung um Buchstaben in die richtige Reihenfolge zu bringen.

4.2. Akustische Serialität

Wenn Kinder sich z.B. bei einem Satz merken, welches Wort zuerst gesprochen wurde.

-> Spiel- und Buchtipps

© Birgit Sommer, Autorin für Leseanfänger

Leselernprozess: . . . Wahrnehmung . . . ABC-Malbuch . . . Buchstaben lernen

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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