So können Kinder mit Legasthenie spielerisch den Umgang mit Buchstaben, Silben und Wörtern üben

Cesar-LernsoftwareZur Leseförderung von Legasthenikern gehört auch die Förderung von Teilleistungsstörungen der Wahrnehmung. Hierfür, wurden 15 Lernspiele / Übungen zum Lese-Rechtschreiberweb entwickelt. Dieser Spiele-Baukasten ist lernpsychologisch durchdacht und fördert schwerpunktmäßig das differenzierte Hören und den routinierten Umgang mit Buchstaben und Lauten, z.B. Raumlage b d p q.

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Ist das Erkennen von Buchstaben noch unsicher oder kann das Kind mit Legasthenie die Buchstaben noch nicht automatisch aussprechen, so wird es auch Schwierigkeiten beim Lesen ganzer Wörter haben. Wenn die Buchstabenerkennung und ihre Umsetzung in Laute nicht innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde ablaufen, das heißt als automatisierte Routine verfügbar sind, kann das Kind mit Legasthenie nicht fließend lesen. Diese zeitliche Verzögerung bei leseschwachen Kindern kann das Kernproblem bei Störungen des Leseerwerbs in den ersten Grundschuljahren darstellen.

Das Erkennen der Raum-Lage ist eine Fähigkeit der visuellen Wahrnehmungsentwicklung. Bis zu einem Alter von 6 bis 7 Jahren identifiziert das Kind einen Gegenstand aus verschiedensten Blickwinkeln bedeutend besser als der Erwachsene. Der sprunghafte Zuwachs der Raum-Lage-Wahrnehmung – in der Regel innerhalb des ersten Schuljahres – bedeutet, dass das Kind die Ausrichtung der Buchstaben nun wichtig nimmt und einsetzen kann. Das Kind, das gestern noch mühelos in Spiegelschrift schrieb und Buchstaben verdrehte, benutzt jetzt die Buchstaben richtig, die von der Form her identisch, von der Ausrichtung und damit ihrer Bedeutung aber völlig unterschiedlich sind (z. B.: b d p q).

15 verschiedene Übungen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen:

1. Bei Kindern mit Legasthenie verläuft das Buchstaben unterscheiden deutlich verzögert. Daher wird in der Übung Alphabet mit „verkehrten“ Buchstaben gespielt. Die eingebauten Fehler können nicht auswendig gelernt werden, da der Computer sie nach dem Zufallsprinzip immer neu generiert. Mit Fehlern spielen, heißt mit Fehlern umgehen lernen.

2. In einem anderen Spiel lernen Kinder mit Legasthenie, auch ähnliche Buchstaben voneinander unterscheiden zu lernen, selbst unter Zeitdruck. So können leseschwache Kinder auf die Dauer eine automatisierte Erkennungsleistung erreichen.

3. Eine weitere Übung sorgt dafür, dass Einzelbuchstaben oder Buchstabenkombinationen immer wieder aufs Neue und in unterschiedlichster Buchstabenumgebung in ihrer Signalwirkung erkannt und als gleich identifiziert werden. Hier werden Kinder mit Legasthenie angeregt, die Aussprache des angebotenen Lautes immer wieder an sich selbst auszuprobieren.

4. Das reine Übersetzen des Alphabets können Kinder mit Legasthenie ebenfalls spielerisch üben.

5. Nun kann das leseschwache Kind nach und nach einen Wortaufbau, welchen es hinterher eigentlich nur nachvollziehen kann, wenn es sich sowohl die Buchstaben in seiner Reihenfolge merkt wie auch die Bedeutung der Buchstabenfolge entdecken. So wird das Kind mit Legasthenie mit der Schreibweise eines Wortes konfrontiert.

6. Auf dem Weg zur Orthografie stoßen die Kinder mit Legasthenie immer wieder an Stellen im Wort, wo die Schreibweise als solche nicht hörbar ist. Dieses erfordert eine neue Strategie, will das legasthenen Kind auch hier die Rechtschreibung richtig anwenden. Wichtig ist, dass sich das Kind mit Legasthenie die Rechtschreibbesonderheit einprägt und sie ihm im richtigen Moment einfällt. Dazu braucht es andere Gedächtnisstrategien, z.B. muss das leseschwache Kind die bestimmte Schreibweise in Form eines inneren Wortbildes präsent haben, um sie dann selber anwenden zu können.
Um Wörter richtig laut zu lesen, muss das Kind mit Legasthenie auch die Anordnung der Buchstaben beachten. Vertauscht es sie, verwechselt es sie oder lässt es gar einen aus, kann eine unsinnige Botschaft oder ein Missverständnis entstehen. So wird aus „Tor“ „rot“ oder „Ort“. Es zeigt sich, dass Kinder mit Legasthenie in der Regel nicht in der Lage sind, die Symbolfunktion einzelner Buchstaben und deren Reihenfolge einem Wort mit bestimmter Bedeutung zuzuschreiben. Oft verlieren leseschwache Kinder dann den roten Faden beim Lesen und versteht nicht mehr, was es da gerade liest, wird müde und lenkt ab. In der Sehnsucht nach Bedeutung werden Kinder mit Legasthenie in dieser Lernspielgruppe herausgefordert, kleine Buchstabensequenzen zu meistern.

7. Solche Wortbilder können von Kindern mit Legasthenie umso besser eingeprägt werden, je mehr man sie, wie in einer Werkstatt, selbst konstruiert, indem man den Buchstaben ihre stimmige Raum-Lage selbst gibt.

8. Bei einer weiteren Übung wird das leseschwache Kind animiert, durch Auswechseln des ersten Buchstabens eines Wortes möglichst vielen Bedeutungen auf die Spur zu kommen.

9. Die Wichtigkeit ganzer Wortbilder erlebt das Kind mit Legasthenie bei der nächsten Lerneinheit und entwickelt damit ein Gefühl für ihre richtige Schreibweise, ähnlich wie dieses im Leseprozess geschieht. Hier sieht das leseschwache Kind nur für sehr kurze Zeit ein-, zwei oder dreisilbige Wörter und muss diese durch ganzheitliches Erfassen ihrem Bild zuordnen.

10. Im einem weiteren Spiel werden leseschwache Kinder durch Bilder dazu aufgefordert, das richtige Wort aus einer vorgegebenen Auswahl an Worten bzw. Silben zu finden. Sind die Lösungen richtig, wird das Bild farbig.

11. Bei einer weiteren Übung lernen Kinder mit Legasthenie mit Unsinnsilben, das Gehörte in Buchstabenfolgen zu übersetzen. Dabei kann der Schwierigkeitsgrad mit zunehmender Konsonantenhäufung variiert werden.

12. Bei kleiner Unterschied bearbeiten leseschwache Kinder die zwei hartnäckigen Probleme der Konsonantenverdopplung und der Auslautverhärtung.

13. Bei einem weiteren Spiel liegt der Schwerpunkt auf der genauen Wahrnehmung der Reihenfolge der Laute eines Wortes. Ziel ist es, die Stelle im Wort zu bestimmen, wo durch Einsetzen eines anderen Buchstabens eine neue Bedeutung herbeigeführt wird.

14. Das Merkspiel besteht aus Kartenpaaren, die zum einen ein Wort und zum anderen dessen gemaltes Sinnbild beinhalten. Beim Aufdecken des Bildes hört das Kind mit Legasthenie das gesuchte Wort. Es gibt jeweils zwei ähnlich klingende und damit auch ähnlich geschriebene Begriffe mit ganz verschiedenen Bedeutungen. Das legasthene Kind muss der Provokation der Verwechslung widerstehen und erfährt den Erfolg durch ein gewonnenes Kartenpaar.

15. In einem Puzzlediktat werden Kindern mit Legasthenie ganze Wörter aus verschiedenen Bedeutungsfeldern diktiert unter Berücksichtung von Wortmaterial zur Bearbeitung von Doppelkonsonanten und Auslautverhärtung.

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Über Legasthenie/Legastheniker

Für Leseanfänger und Legastheniker, d.h. bei Legasthenie: Einfache Texte zum Buchstaben wiederholen und flüssig lesen lernen von Birgit Sommer.
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