Warum schreibe ich „lautgetreue“ Texte und Geschichten?

eigene Skizze

Ich bin eine Mutter, wie jede andere auch. Nur Bücher habe ich vielleicht ein bisschen mehr. Auch meine Kinder lieben Bücher über alles. Doch obwohl mein erstes Kind alle Buchstaben kannte, war es der Meinung: „Lesen lerne ich nie!“

Und warum das? Es verwechselte „ie“ und „ei“, wie auch der Bruder meines Patenkindes. Was konnte ich tun? – Jetzt wollte ich Bücher ohne Vokalverbindungen (ei, au, …), Konsonantenreihen (ch, sch, st-/sp-) und Dehnungen (ie, eh, …) kaufen.

-> So ging ich in die nächste Buchhandlung und fragte nach solch einem Buch. Die nette Buchhändlerin meinte, davon hätte sie noch nichts gehört. Ich solle doch ein Erstleserbuch kaufen. Was sie mir anbot, kannte ich schon alles.

-> Da versuchte ich es bei einer anderen Buchhandlung und fragte nach Geschichten für echte Leseanfänger. Wieder bot man mir Erstlesergeschichten an, die ich entweder schon fast alle hatte oder die in unserer Bücherei vorhanden sind.

-> Nun besuchte ich, mit meinem Wunsch nach lautgetreuen Geschichten zum Lesen lernen, die dritte Buchhandlung. Hier sagte mir die Buchhändlerin, solch ein Buch suche sie schon lange, aber die deutsche Sprache sei dafür nicht geschaffen.

Traurig ging ich nach Hause und dachte, im Land der Dichter und Denker solle es nicht möglich sein, kurze Geschichten in lautgetreuer, aber korrekter Schreibweise zu verfassen? Goethe hat doch einen ganzen Faust in Reimform geschrieben!

-> Die nächsten Tage suchte ich im Internet und befragte weiter Buchhändler und Bibliothekare. Eine meinte, solch ein Buch müsse ich schon selbst schreiben. Wenn es gedruckt ist, würde sie es auch verkaufen.

Als mein Kind vor dem zu Bett gehen wieder ganz verzweifelt war, weil es nicht verstand was es zu lesen versuchte, setzte ich mich am Abend an meinen Computer und schrieb die ersten Geschichten.

Oh je! Ich musste alle Sätze mehrmals umdrehen, bevor ich einen vernünftigen Text ohne diese lästigen „Buchstabenverbindungen“ geschrieben hatte. Doch bei meinen Übersetzungsarbeiten muss ich die Sätze ja auch immer wieder umstellen bis sie passen. Wie gut, dass ich gelernte Fremdsprachenkorrespondentin bin!

Ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich wir am Nachmittag waren, als meine neuen Geschichten nicht nur flüssig gelesen, sondern auch noch verstanden wurden. Jetzt saß ich jeden Abend entweder am Computer und schrieb lautgetreue Geschichten oder machte ein paar Zeichnungen dazu.

Aber wie sollte es weitergehen? Buchstaben ohne diese Hürden aneinander reihen konnte mein Kind jetzt ganz gut. Aber diese „Stolpersteine“ kommen doch in jedem normalen Text vor? Jetzt kamen noch Geschichten dazu, in denen wir diese einzeln üben konnten.

In diesem Jahr bekamen alle Freunde und Verwandte zum Geburtstag eine Kopie meiner ersten Geschichten für Leseanfänger. Unsere Büchereileitung (selbst Mutter) war so begeistert, dass sie mich dazu ermutigte für meine zahlreichen verschiedensten Texte/Übungen und Geschichten für Leseanfänger einen Verlag zu suchen.

Zwei Jahre später kamen meine ersten Geschichten mit neuen Illustrationen auf den Markt. Birgit Sommer

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Über Birgit Sommer

Jeder Leseanfänger steht einmal auf der Schwelle zwischen Buchstaben kennen und Lesen können, daher brauchen sie auch einfachere Geschichten zum flüssig Lesen lernen. Gerne gebe ich auch Lesungen oder Seminare. Viele Grüße, Birgit Sommer (Autorin für Leseanfänger und leseschwache Kinder)
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