Schriftsprache + Phonetik

Leseprobleme:LRSPhonetikFremdsprache DeutschPISA: Lesefrust?


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Das pädagogische Konzept, warum Geschichten für Leseanfänger zum Schriftspracherwerb nur aus lautgetreuen Wörter, die buchstabengetreu gelesen werden, geschrieben werden sollten, ist hier anhand von Regeln zum Deutsch lesen erläutert:

Die Besonderheiten der deutschen Schriftsprache

Was man beim Schriftsprachenerwerb beachten muss

1. Glyphen

Glyphen nennt man die verschiedene Abbildung von Zeichen gleicher Bedeutung: Fibelschrift, versch. Druckschriften, Schreibschrift, … (Schriftarten/Fonds):
Beim Lesen lernen gehen Lehrer davon aus, dass ihre Schüler in der ersten Klasse mit dem Erkennen verschiedener Glyphen Probleme haben. Weshalb einige Erstklasslehrer im Anfangsleseunterricht nur einheitliche Blockbuchstaben verwenden, da sich hierdurch die Anzahl an Zeichen halbiert (auf 26, bzw. 29 wenn man die Umlaute mitzählt.)

2. Allographen

Wenn ein gleiches Phonem (kleinste Lauteinheit) verschieden dargestellt werden kann, nennt man deren verschiedene Abbildungsmöglichkeiten Allographen, z.B.:
a = a, aa, ah / f = f, v, ph.
Dies lässt sich auf Doppellaute (ai = ei, ai) oder Lautverbindungen (ks = ks, x, chs) übertragen – mehr dazu unter Grapheme.

Das dies ein Problem beim Schreibenlernen ist, ist jedem Grundschullehrer bewusst; weshalb die Bildung der ersten Wörter und Sätze von den Schülern auf die verschiedensten Vatianten erfolgen darf.

3. Grapheme

Viel komplexer als Glyphen oder Allographen sind jedoch Grampheme. Ein Graphem ist die kleinste, einer Bedeutung oder einem Laut repräsentierende Einheit in der geschriebenen Sprache (einzelne Buchstaben “a”, “m” oder definierte Buchstabenkombinationen “ei”).

Dieser Problematik kommen Lehrer im Anfangsschreibunterricht der Schule mit der lautgetreuen Schreibung entgegen. Wie können nun Lehrer ihren Schülern beim Lesen lernen besser unterstützen?

Grundschüler müssen nicht nur sofort (wenn auch mit Anlauttabelle) 52 verschiedene Grapheme (Buchstaben) wiedererkennen, sondern auch noch die unterschiedliche Bedeutung der Grapheme (auch wenn 2 oder 3 in Verbindung stehen und somit ein neues Graphem bilden, z.B. “st”) erkennen und wiedergeben.

Somit kann ein Schüler beim Lesen nicht Buchstabe für Buchstabe aneinanderreihen und dann ein sinnvolles Wort wiedergeben. Denn ein Graphem entspricht üblicherweise einem Phonem, doch in Kombination mit anderen Graphemen modifiziert es die Aussprache, wodurch neue Grapheme: Digraphen (ch) und Trigraphen (sch) entstehen.

Während des Studiums haben Lehrer gelernt, dass man die Zuordnung von einem Phonem zu einem Graphem in der Linguistik Phonographie nennt, hier eine kleine Aufstellung dazu:

Vokale (Selbstlaute)
Sollten möglichst am Anfang des Leselernprozesses beigebracht werden.

Vokalverbindungen

  • Diphthong = Doppellaut (Bildung aus zwei verschiedenen Vokalen: ei, au, äu, eu, ai, ui)
  • Hiat: (2 aufeinanderfolgende Vokale in 2 verschiedenen Silben, z.B. Radi-o, Kastani-e)
    Dieselbe Vokalkombination gibt es als Diphthong (heu-te) oder Hiat (Mu-se-um).
  • Dehnung: (ie, aa, ee, oo)
    Dieselbe Vokalkombination gibt es auch als Dehnung (vie-le) oder Hiat (Fa-mi-li-e).
  • Konsonanten (Mitlaute)
    - Dehnbare Konsonanten (l, m, n, s, …) sollten vor den
    - Verschluss-/Plosivlauten (b, p, d, t, g, k, …) eingeführt werden.

    Konsonantencluster / Konsonantenhäufung,
    auch Konsonantenreihe oder Konsonantenverbindung genannt

  • Konsonantendopplung (nn, z.B. können)
  • Digraph oder Trigraph
    (werden in der Lautschrift oft durch ein eigenes Zeichen “ph, th, uh, ch, sch, …” abgebildet)
    - modifiziert vorangegangenes Graphem (z.B. Milch, Delphin)
    - verdeutlicht die Aussprache (Dehnungs -h, z.B. Reh)
    - bleibt stumm, z.B. Thermometer
  • Lautverbindung (ks, pf, ng …)
  • Lautverbindung als Digraph (st-/sp-, chs, …)
  • Wie man aus dieser Aufstellung ersehen kann, hat auch die deutsche Schriftsprache keine eindeutige Buchstabe-/Lautzuordnung.
    Um den Schülern einen schnelleren Lern-, sprich Leseerfolg zu gewährleisten, sollten Lehrer für ihre Schüler spezielle Texte oder Arbeitsblätter zur Verfügung haben, bei denen die Schüler das Zusammenziehen der einzelnen Buchstaben zu einem Wort trainieren können. Erst im späteren Verlauf sollten Diphthonge/Digraphen/Trigrahen/Umlaute sowie Fremdwörter, die von der deutschen Phonetik abweichen, von den Lehrern eingeführt werden.

    Aufgrund der positiven Resonanz aller Schüler, denen diese Geschichten der Reihe “SELBER LESEN, Stufe A von Birigit Sommer” als Testleser vorgelegen haben, lies der CES-Verlag sie neu illustriert und mit kleinen Übungen versehen drucken.

    Bisher erschienen:

    - Hallo, wir sind Mara und Timo: ISBN 978-3-933651-30-3
    - Der Herbst mit Mara und Timo: ISBN 978-3-933651-31-0
    - Unterwegs mit Mara und Timo: ISBN 978-3-933651-32-7
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    © Birgit Sommer